
Sozialfonds - Projektförderung
Ein Projektbeispiel – Supervision als präventive Gesundheitsmaßnahme in der Waldorfschule Cottbus
Die Anforderungen an das pädagogische Personal haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Ursachen dafür sind unter anderem ein Generationswechsel im Kollegium, Personalmangel, häufige Vertretungen sowie wachsende gesellschaftliche und pädagogische Herausforderungen, insbesondere im Bereich inklusiver Bildung. Dies führte zu einer spürbaren Mehrbelastung der Mitarbeitenden. Frühere gesundheitspräventive Maßnahmen, wie etwa die rhythmische Einreibung, wurden positiv bewertet, zeigten jedoch auch, dass eine nachhaltige Stärkung der seelischen und körperlichen Gesundheit eine stärkere Aktivierung innerer Ressourcen erfordert.
Vor diesem Hintergrund wurde im Frühjahr 2024 eine Supervisionsmaßnahme über den Sozialfonds der Hannoverschen Solidarwerkstatt e.V. beantragt. Ziel war die Unterstützung pädagogischer Fachkräfte durch Einzel- und Gruppensupervisionen. Diese sollten helfen, den Berufsalltag besser zu bewältigen, Rollen zu klären, Resilienz und Selbstführung zu stärken sowie Teamprozesse zu fördern. Insgesamt stand neben der Psychohygiene die kontinuierliche berufliche und persönliche Reflexion im Mittelpunkt.
Im Rahmen von Einzel- und Gruppensupervision wurden Mitarbeitende und Teams über das Schuljahr 2024/2025 regelmäßig begleitet.
ABLAUF UND METHODIK
Einzelsupervision
Die Einzelsupervision fand in einem offenen, kollegialen Rahmen statt. Ausgangspunkt war jeweils ein konkretes Anliegen der teilnehmenden Person. Dieses wurde gemeinsam aus einer menschenkundlichen Perspektive betrachtet. Bei Bedarf wurden ergänzende Übungen oder Reflexionsimpulse für den beruflichen Alltag mitgegeben.
Gruppensupervision
Die Gruppensupervision folgte einem klar gegliederten Ablauf. Dieser umfasste eine Einstimmung, eine Wahrnehmungsübung, den Austausch zu aktuellen Themen sowie deren menschenkundliche Vertiefung. Abschließend wurden gegebenenfalls Anregungen für die weitere Arbeit im Alltag gegeben.
Methodische Elemente
Die Supervision basierte auf einer Kombination verschiedener methodischer Ansätze. Dazu gehörten psychodynamische und systemische Beratungsanteile sowie eine dialogische Gesprächsführung. Ergänzend wurden Elemente der angewandten Menschenkunde, Nebenübungen, eurythmische Übungen und meditative Wahrnehmungsübungen eingesetzt.
Als gemeinsamer Bezugsrahmen dienten menschenkundlich-anthroposophische Grundlagen. Inhaltlich standen auch Fragen der beruflichen Identität im Fokus. Zur Vertiefung des Prozesses wurden zudem Schweigephasen, Rituale und bewusste Pausen eingesetzt.
Wiederkehrende Themen und Schwerpunkte
In der Supervision traten regelmäßig biografische Themen auf, insbesondere im Hinblick auf ihre Wirkung im beruflichen Alltag. Ebenso zentral waren Fragen der beruflichen Identität und Rollengestaltung sowie Konflikte innerhalb von Team, Gremium oder Kollegium. Auch Selbstfürsorge und Selbsterziehung im pädagogischen Kontext spielten eine wichtige Rolle.
Schwerpunkte der Arbeit lagen auf der Konfliktklärung und Kommunikationsverbesserung im Team, dem verantwortlichen Umgang mit Belastungssituationen sowie der Entwicklung innerer Haltungen im Sinne einer bewussten Selbsterziehung.
Wirkung und Rückmeldungen
Die Supervision wurde von den Teilnehmenden insgesamt als sehr unterstützend und wirksam erlebt. Besonders hervorgehoben wurden eine verbesserte Teamatmosphäre, die Klärung und Bearbeitung konkreter Konflikte sowie eine größere Sicherheit und Rollenklarheit im pädagogischen Alltag. Darüber hinaus wurde eine Stärkung des Miteinanders und des Vertrauens im Kollegium wahrgenommen.
Weitere Seminarangebote in Kooperation mit dem Institut für Burnout-Prävention Hamburg:
- InHouse-Seminar als Halbtagsveranstaltung in Ihrer Einrichtung, beispielsweise innerhalb einer pädagogischen Konferenz. Das Seminar lässt sich mit einer größeren Gruppe durchführen und enthält eine gute Mischung aus Information, Selbstreflexion und spielerischer Aktivierung.
- Fünftägiges Intensivseminar „Work-Life-Balancing", das zum Ziel hat, verschiedene Lebens- und Arbeitsbereiche durch eine veränderte individuelle Schwerpunktsetzung neu auszubalancieren, um die körperliche und seelische Gesundheit langfristig zu erhalten.
Wir sind sicher, Ihnen spannende Seminare anbieten zu können, die die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen und sofort wirksam werden können. Kommen Sie gern auf uns zu.
Britta Buchholz
