
Vorstandsbericht - MitWirkung! Mehr als ein Slogan
In der Mitwirkung unserer Mitglieder zeigt sich die Idee, dass ein Verein nur dann lebendig bleibt, wenn viele Stimmen gehört und bei Entscheidungen berücksichtigt werden. Zugleich verweist Mitwirkung aber auch auf unseren Anspruch als Gemeinschaft, nachhaltig zu handeln. Wirkungen zu erzeugen, die über das Heute hinausreichen, und das Kapital so einzusetzen, dass es Sinn stiftet und Werte erhält. Dieser Bericht beleuchtet, wie wir beide Dimensionen der Mitwirkung im vergangenen Jahr angegangen sind.
Eine gewisse Wirkung auf unser Handeln haben die aktuelle Wirtschaftslage sowie die gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben.
Zwischen August 2024 und Juli 2025 war die wirtschaftliche Lage in Deutschland von anhaltender Schwäche geprägt. Das Wirtschaftswachstum blieb niedrig, die Inflation sank deutlich ab und näherte sich Mitte 2025 wieder dem Bereich um 2 Prozent. Die Europäische Zentralbank reagierte darauf mit einer Zinssenkung im Juni 2025, was jedoch nicht dazu führte, dass wir nennenswerte Rückgänge im langfristigen Anlagezins hinnehmen mussten.
Für uns als Finanzmarktteilnehmer war das Inkrafttreten einer neuen EU-Verordnung, des „Digital Operational Resilience Act" – kurz: DORA, prägend. Mit diesem sehr umfangreichen Regelwerk soll die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor gegenüber Cyberrisiken und Vorfällen der Informations- und Kommunikationstechnologie gestärkt werden. Hier befinden wir uns zusammen mit unserem Unternehmensberater „AWADO" auf einem guten Weg.
Mehr Menschen wollen mitwirken!
Auch im vergangenen Jahr hat unsere Mitgliederschaft sich erweitert. So kamen in der Pensionskasse sechs neue Mitgliedseinrichtungen hinzu und am Ende des Geschäftsjahres lag die Gesamtanzahl aller Versicherten – also Anwärter:innen und Rentner:innen –
- in der Alterskasse bei 6.202 Personen (Vorjahr: 6.091) und
- in der Pensionskasse bei 9.447 Personen (Vorjahr: 9.052).
Zum Stichtag 31.07.2025 lag der Kapitalanlagebestand der Hannoverschen Alterskasse und der Hannoverschen Pensionskasse bei rund 520 Mio. EUR. Die Verteilung unserer Geldanlagen zeigt, in welchen Bereichen Ihre Beiträge wirken:

Im Bereich Transparenz und Nachhaltigkeit wurden ebenfalls Fortschritte erzielt: Die Offenlegungs- und Berichts-pflichten der EU wurden umgesetzt, die Datenqualität verbessert und freiwillige Indikatoren zu Staaten veröffentlicht. Auch die Nachhaltigkeitsbewertung von Kreditinstituten wurde überarbeitet und unser Zielbild geschärft.
Wir halten an unserer Strategie fest, nicht nur wirtschaftlich solide, sondern zugleich ökologisch verantwortungsvoll und sozial gerecht zu investieren. Gerade in Zeiten wachsender Unsicherheiten ist dies unseres Erachtens ein wichtiges Signal.
Solidarisch mitwirken.
Wie bereits in den Vorjahren hat sich die Hannoversche Beihilfekasse auch im Geschäftsjahr 2024/2025 gut weiterentwickelt. Sie unterstützt im Wesentlichen aktive Mitarbeitende der angemeldeten Mitgliedseinrichtungen durch eine umfangreiche Gesundheitsfürsorge. Besonders ist hierbei, dass auch die familienversicherten Angehörigen der beihilfeberechtigten Mitglieder therapeutische und medizinische Hilfe zur Förderung ihrer Gesundheit beantragen können. Zum 31.07.2025 waren 60 Institutionen (Vorjahr: 58) mit 1.574 Mitarbeitenden (Vorjahr: 1.509) zuzüglich der familienversicherten Angehörigen Mitglieder in der Beihilfekasse.
Die Beihilfekasse kann unter Berücksichtigung steuerrechtlicher Voraussetzungen bis zu 70 Prozent des Rechnungsbetrages erstatten. Besonders häufig erfolgten ergänzende Zuschüsse zu Zahnersatz, heipraktischen Behandlungen, zu anthroposophischer Medizin und Therapie (z. B. Heileurythmie, Rhythmische Massagen, Maltherapie), zu osteopathischen Behandlungen sowie zu Sehhilfen. Die Anzahl der Erstattungsanträge ist gegenüber dem Vorjahr von 515 Anträgen auf 519 Anträge gestiegen und die durchschnittliche Erstattungshöhe pro Beihilfeberechtigtem lag bei 545 EUR.
Insbesondere wegen des Fachkräftemangels zahlen die sofort erlebbaren Unterstützungsleistungen der Beihilfekasse unmittelbar auf die Bindung von Mitarbeitenden ein. Darüber hinaus sind sie ein starkes Argument bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitenden.
Das gilt auch für den Sozialfonds in der Hannoverschen Solidarwerkstatt (HSW). Dieser wurde gegründet, um Menschen in besonderen Lebenssituationen solidarisch durch präventive oder rehabilitierende Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit zu unterstützen. Darüber hinaus können von Mitgliedseinrichtungen Projektanträge zum Thema Gesundheit, präventive Bildungsangebote und Gemeinschaftsbildung gestellt werden. Konkret zeigt sich die Wirkung unter anderem in der Förderung von Reha-Maßnahmen für Einzelpersonen und der Entwicklung moderner, präventiver Bildungsangebote.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 haben sich die Beiträge um 9,5 Prozent erhöht und es konnten Rehabilitationsmaßnahmen in Höhe von knapp 291 TEUR finanziert werden. Der Beratungsbedarf ist weiterhin hoch. Durch das unkomplizierte Antragsverfahren des Sozialfonds und die gute Kooperation mit den Rehabilitationskliniken war es auch in diesem Jahr möglich, zeitnah Unterstützungsangebote zur Verfügung zu stellen. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei dem Sprecherkreis des Sozialfonds für die konstruktive, offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit herzlich bedanken.
Beide Solidarelemente basieren auf einer gesunden Finanzsituation, sodass alle berechtigten Anträge auch erfüllt werden konnten und dies auch für die Zukunft gewährleistet ist.
Ein weiteres Solidarelement in der HSW ist der Solidarfonds Altersversorgung. In Zusammenarbeit mit dem Bund der Freien Waldorfschulen unterstützt er ehemalige Mitarbeitende, die mindestens 15 Berufsjahre an einer Waldorfschule oder in einem Lehrerseminar tätig waren und weniger als 1.530 EUR im Monat für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung haben. Für die Betroffenen sind die monatlichen Zuwendungen eine große Hilfestellung in herausfordernden persönlichen und wirtschaftlichen Lebensphasen. Dies wird uns auch immer wieder durch die Rückmeldungen der Menschen bewusst, die uns mit großer Dankbarkeit schreiben oder anrufen.
Wenn Sie es ganz genau wissen wollen!
Schauen Sie gern in unseren Geschäftsbericht und für weitere Details zu unserer Kapitalanlage in unseren Transparenz- und Investitionsbericht. Beide finden Sie auf unserer Internetseite. www.hannoversche-kassen.de
Wir bedanken uns bei allen Versicherten, den Rentnerinnen und Rentnern sowie den Mitgliedseinrichtungen und allen den Kassen verbundenen Menschen und Einrichtungen für die gute Zusammen-arbeit im zurückliegenden Jahr.
Außerdem danken wir allen Mitarbeiter:innen der Hannoverschen Kassen sehr für die geleistete Arbeit. Wir haben viel geschafft und schauen auch dank unseres guten Teams positiv in die Zukunft.
Ihr Vorstand der Hannoverschen Kassen
Jana Desirée Wunderlich und Ralf Kielmann
