
3 Fragen an Axel Depping
1 | Wie sind Sie zu dieser Aufgabe gekommen und worin besteht sie konkret?
Zu den Hannoverschen Kassen (HK) habe ich eine lange persönliche Verbindung. Silke Stremlau kenne ich seit mehr als 20 Jahren aus meinem beruflichen Umfeld – sie sprach mich im Sommer 2022 auf die Aufgabe als stellvertretender Treuhänder an. Als Vermögensverwalter beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit Kapitalanlagen. Als Treuhänder überwache ich das Sicherungsvermögen der beiden Kassen und achte auf seine gesetzes- und aufsichtsrechtskonforme Anlage und Verwahrung. Die Anlageentscheidungen trifft der Treuhänder nicht.
2 | Was bedeutet für Sie eine verantwortungsvolle Kapitalanlage?
Für mich bedeutet das, sich bewusst zu machen, dass man mit dem Geld anderer Menschen arbeitet. Es geht nicht nur um Rendite, sondern auch darum, Risiken langfristig zu beurteilen und die Folgen einer Investition mitzudenken. Nachhaltigkeit gehört für mich deshalb selbstverständlich dazu. Dabei geht es nicht darum, einer Anlage einfach ein grünes Etikett zu geben. Entscheidend ist, Unternehmen und Investments wirklich zu verstehen und Zielkonflikte zu erkennen.
Ich bin überzeugt, dass nachhaltiges Wirtschaften und wirtschaftlicher Erfolg langfristig zusammengehören. Unternehmen, die verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen und sich frühzeitig auf Veränderungen einstellen, können auch aus Anlegersicht interessant sein. Nachhaltigkeit ist für mich kein Zusatzkriterium, sondern Teil einer langfristig orientierten Anlageentscheidung.
3 | Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit in Ihrem persönlichen Alltag?
Nachhaltigkeit bedeutet für mich im Alltag vor allem, bewusst mit Ressourcen umzugehen. Ich fahre täglich mit der Bahn nach Hannover. Zu Hause haben wir eine Photovoltaikanlage; unser Stromverbrauch richtet sich möglichst nach dem selbst erzeugten Solarstrom. Auch unsere Heizung wird heruntergeregelt, wenn wir im Büro sind. Beim Konsum achte ich eher auf Qualtät als auf den niedrigsten Preis. Bei Lebensmitteln setzen wir auf regionale Produkte und kaufen vieles direkt bei Bauernhöfen in unserer Umgebung. Meine Frau und ich lieben außerdem die Arbeit im Garten und freuen uns über Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Nachhaltigkeit ist für mich weniger eine Frage von Verzicht als von Bewusstsein und einem vernünftigen Umgang mit Ressourcen.
